Kevin Kuranyi hat eine eigene Berateragentur und engagiert sich für die FMA.

Hi Kevin, Dir ist nach der aktiven Karriere bestimmt langweilig.
(Lacht.) Wie kommst Du denn darauf?

Na ja, Du wirst Dich für die FMA engagieren und sogar als Dozent im nächsten Jahrgang bei uns auftauchen.
Das stimmt. Aber glaub mir: Ich habe genug zu tun. Ich habe eine Berateragentur, pflege mein Netzwerk in aller Welt, engagiere mich für soziale Zwecke, plane mein Abschiedsspiel – und versuche, mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen wie zu meiner aktiven Zeit. (Schmunzelt.) In manchen Wochen gelingt mir das sogar.

Du bist auch ein sehr gefragter Interviewpartner. Für die ARD warst Du beispielsweise beim Confed Cup in Russland tätig. Sehen wir Dich bei der WM im Sommer in ähnlicher Funktion?
Ja, das ist so angedacht. Darauf freue ich mich riesig, ich hatte ja fünf tolle Jahre bei Dinamo Moskau.

Du bist also gut ausgelastet?
Absolut.

Warum dann noch die FMA?
Weil ich das Konzept einfach gut finde. Es ist doch so: In fast jeder Berufsbranche gibt es eine fachspezifische Ausbildung oder Weiterbildungsmöglichkeiten. Im Fußball sieht man das nur selten. Bei der FMA bekommt man einen guten Einblick in ganz viele Bereiche des Fußballs. Und zwar von Dozenten, die wissen, wovon sie sprechen – weil sie aus der Praxis kommen.


„Ich finde das Konzept einfach gut“ 

Kevin Kuranyi


So wie Du.
Ja, ich werde auch ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern und kann vielleicht auch mit dem einen oder anderen Kontakt weiterhelfen.

War es für Dich schwer, den Übergang ins „normale“ Geschäftsleben zu meistern?
Es ist natürlich etwas anderes. (Lacht.) Aber ich bin ja nicht der erste Fußballer, der nicht ewig spielen kann. Ich werde aber tatsächlich noch ganz oft gefragt, ob mir nichts fehlen würde.

Und?
Nein. Ich war wahnsinnig gerne Fußballer. Aber ich bin auch wahnsinnig gerne ein Vater, der jetzt mehr Zeit für seine Kinder hat. Der es genießt, seinen Zeitplan selbst bestimmen zu können. Und der sich mit Begeisterung in die neuen Aufgaben stürzt.

Hast Du dafür ein Vorbild?
Ich hatte das große Glück, in meiner Karriere viele fähige Menschen aus dem Fußball getroffen zu haben. Trainer, Manager, Berater, Mitspieler. Ich glaube schon, dass ich mir da einiges abschauen konnte. Aber jetzt geht es darum, einen eigenen Weg zu finden.

Was empfiehlst Du jemandem, der nicht über Deine Kontakte verfügt und trotzdem gerne im Fußball tätig werden will.
Einen Königsweg gibt es da nicht. Und man muss schon auch ehrlich sagen, dass es nicht so einfach ist, einen Fuß in die Tür zu bekommen. Man muss versuchen, Erfahrungen zu sammeln, Kontakte zu knüpfen, sich viel mit der Materie zu beschäftigen – und fortzubilden.

Wie zum Beispiel mit der FMA.
Ganz genau.

Kevin Kuranyi gehört zu den bekanntesten Gesichtern im deutschen Fußball.

Kevin Kuranyi
Kevin Kuranyi

Kevin Kuranyi gehört zu den bekanntesten Gesichtern im deutschen Fußball. Für den VfB, Schalke 04 und die TSG 1899 Hoffenheim erzielte er in 275 Bundesligaspielen 111 Tore. Für Dinamo Moskau traf er in 123 Ligapartien 50mal und tat für die deutsch-russischen Beziehungen mehr als so mancher Politiker. 52mal lief er für die Nationalmannschaft auf und erzielte 19 Tore. Mittlerweile arbeitet er als TV-Experte, hat eine eigene Berater-Agentur – und engagiert sich für die FMA.